Archiv der Kategorie: Kinder- und Jugendliteratur

David Walliams – Das Eismonster

Die zehnjährige Elsie lebt im wahrlich grässlichen Waisenhaus Wurmig, in dem Mrs. Graus ihrem Namen alle Ehre macht und über die armen Kinder eine wahre Schreckensherrschaft ausübt. Und so beschließt Elsie, aus dem Waisenhaus zu flüchten und ihr Glück auf der Straße zu versuchen. Dort erfährt sie, dass in der Arktis ein Mammut gefunden wurde, das vollständig in einem Eisblock eingefroren ist und nun nach London ins Naturhistorische Museum transportiert werden soll. Dort wärmt sich Elsie manchmal auf und hat dabei auch Bekanntschaft geschlossen zu der liebenswürdigen Putzfrau Uschi, die mit dem kleinsten Soldaten, den die Welt je gesehen hat, befreundet ist.

Als das Mammut ins Museum geliefert wird, sind Elsie und Uschi Zeugen des spektakulären Schauspiels. Spannend wird es allerdings erst, als die beiden zusammen mit einem verrückten Professor im Keller des Museums beschließen, das Mammut wieder zum Leben zu erwecken. Diese Heldentat gelingt, doch verfolgt der Professor ganz eigene Ziele, sodass Elsie und Uschi das Mammut retten müssen. Eine wilde Verfolgungsjagd bis in die Arktis beginnt…

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Torben Kuhlmann: Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit

Aufgeregt reißt die kleine Maus Tag für Tag ein Kalenderblatt nach dem anderen ab. Bis endlich der große Tag gekommen ist: Das weltgrößte Käsefest steht bevor und die kleine Maus macht sich auf die weite Reise in die Schweiz nach Bern. Doch dort angekommen muss sie feststellen, dass sie das große Fest um einen Tag verpasst hat und alle Stände mit den Köstlichkeiten bereits abgebaut sind. Also beschließt die Maus, die Zeit zurückzudrehen. Sie dreht bei allen Uhren, die sie nur finden kann, die Zeiger zurück, auch bei der großen Turmuhr – aber nichts verändert sich. Es vergeht trotzdem weiterhin ein Tag nach dem anderen.

Also sucht sie jemanden, der sich damit auskennen muss: einen Uhrmacher. Doch die Uhrmacher-Maus kann ihr auch nur erklären, dass man zwar eine Uhr zurückdrehen kann, nicht aber die Zeit. Aber einen Tipp erhält die Maus dann doch: Und zwar lebte vor gut 80 Jahren ein bekannter Wissenschaftler in der Stadt, der am Patentamt arbeitet – Albert Einstein. Also sucht die kleine Maus sein Büro auf und findet tatsächlich ein Buch, in dem Einsteins Relativitätstheorie erklärt ist. Tagelang vertieft die Maus sich in die Lektüre und lernt so mehr über Raum und Zeit. Doch scheint eine Zeitreise nicht möglich zu sein.

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Ursula Poznansk – Cryptos

Wohin gehen wir, wenn wir nirgendwo mehr hinkönnen? Diese Frage steht im Zentrum von Ursula Poznanskis aktuellem Jugendbuch. Sie erzählt von einer Welt, in der das Klimasystem bereits gekippt ist und die Menschen sich in virtuelle Welten flüchten. Jana ist eine Weltendesignerin. An ihrer Designstation lässt sie virtuelle Welten entstehen. Ihre Lieblingswelt ist das friedliche und idyllische Kerrybrook. Doch genau dort geschieht ein Verbrechen, das Jana zum Handeln zwingt.

Sie begibt sich selbst in die virtuellen Welten und damit in eine tödliche Gefahr, denn jemand möchte ihre Rückkehr in die Wirklichkeit verhindern. Und so hetzt sie durch verschiedene virtuelle Welten und hat bei den Weltenwechseln immer weniger Welten zur Auswahl. Am Schluss bleiben ihr nur noch die besonders gefährlichen Welten, die zu einer tödlichen Gefahr zu werden drohen.
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Die drei ??? Kids – Mission Graffiti-Code (Escape-Krimi 1)

Die Handlung:

Eine berühmte Graffiti-Sprayerin will sich an der Polizei von Rocky Beach rächen und hinterlässt überall in der Stadt knifflige Rätsel. Zusammen mit Ray Ash, einem jungen Kollegen von Kommissar Reynolds, begeben sich die drei ??? Kids auf Spurensuche. Und auch die Leserinnen und Leser sind hautnah dabei, denn nur mit ihrer Hilfe können die Detektive die Codes knacken und den Fall lösen. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Mit der EXIT-Reihe hat sich der Verlag gut im Bereich der „Escape-Room“-Spiele etabliert und gezeigt, dass das Prinzip auch außerhalb verriegelter Räume ehemailger Bürogebäude funktioniert … und Spaß macht. Auch die Drei ??? hatten schon einen EXIT-Fall, der mir gut gefallen hat: „Das Haus der Rätsel“.

Wie gut funktioniert das Ganze nun ohne von Kleinkindern verschluckbare Kleinteile? Und ist dieses Buch den Aufpreis im Vergleich zu normalen Fällen wert, wo doch die Seitenzahl die gleiche bleibt? Und warum kostet dieser Escape-Fall bei gleicher Seitenzahl 2 Euro weniger als der parallel erscheinende Escape-Fall der Drei ??? ?

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Die drei ??? Kids – 24 Tage Chaos im Zoo (Adventskalender 2020)

Die Handlung:

Der alte Zoo von Rocky Beach soll wieder attraktiv werden: Mit einem modernen Konzept und täglich wechselnden Attraktionen in der Adventszeit. Doch plötzlich geht einiges schief. Tiere brechen aus oder verschwinden, Besucher werden erschreckt und bestohlen. Können die drei ??? Kids die Saboteure entlarven? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Chaos im Zoo ist schon mal ’ne Ansage … aber das 24 Tage lang? Gibts ’ne Steigerung für das Wort „Chaos“? Der Leser wirds herausfinden … in zwei Dutzend Häppchen.

Und es geht auch noch nicht direkt am ersten Tag in den Zoo. Erst mal vergleichen die Jungs ihre Wunschlisten für Weihnachten und machen sich dann zu Inspirationszwecken auf zum Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz.

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Die drei ??? – Der verrückte Professor (Escape-Krimi 1)

Die Handlung:

Ein verwirrter Professor erhält einen merkwürdigen Brief … von sich selber! Hat er den Brief wirklich geschrieben? Und wenn nicht: Wer steckt dahinter? Auf der Suche nach dem Geheimnis stoßen Justus, Peter und Bob immer wieder auf knifflige Rätsel. Jetzt brauchen sie ihre Fans, denn nur mit deren Hilfe können sie die Rätsel knacken und diesen verrückten Fall lösen. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wie man das Buch benutzt und Spaß damit hat

Mit der EXIT-Reihe hat sich der Verlag gut im Bereich der „Escape-Room“-Spiele etabliert und gezeigt, dass das Prinzip auch außerhalb verriegelter Räume ehemailger Bürogebäude funktioniert … und Spaß macht. Auch die Drei ??? hatten schon einen EXIT-Fall, der mir gut gefallen hat: „Das Haus der Rätsel“.

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Die drei ??? – Der Fluch der Medusa (Band 212)

Die Handlung:

Die drei ??? geraten in eine Rätseljagd und müssen den verschwundenen Enthüllungsjournalisten Jeremiah Carmichael finden. Welchem Polit-Skandal war er auf der Spur? Werden die Detektive ihn finden, bevor seine Gegner es tun? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ein Polit-Skandal? Na, da bin ich ja mal gespannt, wie der Autor das für die jüngsten unter den Fans aufbereitet hat. Politik finde ich ja schon extrem öde. Aber, die Aussicht auf eine „Rätseljagd“ … bei der man offenbar Rätsel jagen und nicht lösen muss, sonst würde es ja „Lösungsjagd“ heißen, hat mich schon interessiert.

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Die drei ??? und der Jadekönig (Band 211)

Die Handlung:

Justus, Peter und Bob sollen etwas mit dem Diebstahl des „Jadekönig“ zu tun haben, einer der wertvollsten Briefmarken der Welt. Werden sich die Detektive an diesem Fall die Finger verbrennen? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ein Philatelisten-Abenteuer? Eher langweilig oder doch ein … zackiger … Fall? Wo und wann hätten die drei Jungs sich denn die Klappentextbriefmarke besorgen sollen … und vor allem: Warum?

Der Autor wirft Leser und Jungdetektive mitten ins Drama. Krach, platsch, rums … in einer Villa wurde randaliert … eine Menge ist zu Bruch gegangen … und Peter und Bob stehen mittendrin. Hausbesitzer und Polizei sind auch schnell da … und nicht nur der Leser hätte jetzt gern ein paar Antworten.

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Die drei ??? und der weiße Leopard (Band 210)

Die Handlung:

„Der weiße Leopard“, eine japanische Prunkschale, verschwindet trotz des hochmodernen Alarmsystems. Ein kniffliger Fall für die drei ???, denn auf der Schale liegt ein Fluch der Samurai. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Erwartet und hier ein Kombi-Fall? Zwei zum Preis für einen? Ein Kunstdiebstahl und noch ein Fluch dazu? Und … was sind denn wohl die Auswirkungen des Fluchs? Zehn Jahre eine laufende Nase? Nein … der Tod … gar nicht mehr so lustig.

Und wie starten oft ???-Fälle? Mit einem Anruf! Den gibts auch hier. Ist sogar jemand am anderen Ende, der den Jungs aus dem Abenteuer mit dem „Ameisenmenschen“ bekannt ist. Als kleinen Gag für alle Hardcore-Fans gibts dann ein Schmankerl: Kurz bevor Justus die Frage danach beantworten kann und auch will, warum der Fall damals eigentlich „… und der Ameisenmensch“ hieß und keinen plausibleren Titel hatte … ruft Tante Mathilda und schnürt ihm das Wort ab.

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Die drei ??? Kids – Team Bundesliga (Sonderband)

Die Handlung:

Endlich Ferien – und was für welche! Justus, Peter und Bob nehmen an einem Fußballcamp der Bundesliga-Kids-Clubs teil. Doch kaum sind die Zelte aufgebaut, werden die drei Freunde beschuldigt, falsch zu spielen. Die 36 Vereine der Bundesliga, der 2. Bundesliga und der dritten Liga werden auf farbig illustrierten Doppelseiten mit jeder Menge Insider-Wissen und Fun Facts vorgestellt. Hier findet bestimmt jeder Fan seinen Lieblingsverein! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Vier Jahre sind vergangen, seit es den „Bundesliga-Alarm“ bei den KIDS gegeben hat. Der kam offenbar bei der Zielgruppe so gut an, dass sich der Verlag nun entschlossen hat, mit (mehr oder weniger) neu gemischten Ligen einen Fortsetzungsband herauszubringen.

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Die drei ??? Kids – Falscher Alarm (Band 85)

Die Handlung:

Die drei ??? Kids staunen nicht schlecht, als Kommissar Reynolds mit Blaulicht und Sirene auf den Schrottplatz gerast kommt, um dort einen Überfall zu vereiteln. Aber weit und breit ist kein Dieb in Sicht. Als ein falscher Alarm nach dem anderen Kommissar Reynolds in Atem hält, stellt sich heraus, dass jemand ein böses Spiel mit ihm treibt. Doch wer steckt dahinter und warum? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Der arme Kommissar Reynolds. Steht seit gefühlt 42 Jahren „kurz vor der Pensionierung“ und jetzt jagt ihn jemand durch die Gegend … und das auch noch ohne Erfolgserlebnis für den Officer. Ob das wohl ein Ganove ist, den der Kommissar mal hinter Gittern gebracht hat und der sich jetzt rächen will? Na, ich glaube nicht, denn die würden sich bestimmt ganz andere Sachen ausdenken.

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Die drei ??? Kids – Tatort Skater-Park (Band 84)

Die Handlung:

Eine Meisterschaft im neuen Skater-Park von Rocky Beach, bei der 100.000 Dollar zu gewinnen sind. Doch der Wettbewerb wird von merkwürdigen Ereignissen gestört: Schmierseife, kaputte Radlager, Schlaglöcher! Versucht da etwa jemand durch Betrug zu gewinnen? Die drei ??? Kids müssen jetzt nicht nur diesen Fall lösen, sondern auch noch versuchen, das Preisgeld zu gewinnen, das sie unbedingt dem Tierheim spenden wollen. Da muss dringend ein Plan her … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ok, wenns um sportliche Aktivitäten geht, ist eigentlich immer Peter gefragt. Für Justus müsste das Board verstärkt werden und Bob drängt sich normalerweise auch nicht in den Vordergrund. 100.000 Dollar Preisgeld ist aber schon eine ordentliche Summe für ein einfaches Skating-Event in einem einfachen „Küstenstädtchen“. Wie kommt so ein dickes Event denn nach Rocky Beach? Und … wenn so eine hohe Summe ausgelobt ist … wieso rechnen sich die Jungs denn Chancen gegen die ganzen Skater-Profis aus, die das Geld anziehen dürfte?

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Dunmore, Helen – Im Sog des Meeres (Indigo 1)

Deep Blue Sea

Die beiden Geschwister Sapphire und Conor leben in Cornwall nahe am Meer. Nachdem ihr Vater Mathew Trewhalla möglicherweise spurlos in Indigo, wie die Unterwasserwelt poetisch in einem seiner Lieder heißt, verschwunden ist, fühlt sich Sapphy mehr und mehr in seinem Bann. Mit einem der Mer, die in Indigo leben, erkundet sie diese Welt, doch der Frieden täuscht. Unschuldige Menschen geraten in Gefahr. Sapphy muss sich entscheiden, zu welcher Welt sie gehören will: zu den Mer oder zu ihrem eigenen Luftvolk.

Die Autorin

Helen Dunmore ist im englischen Yorkshire geboren und lehrte in Finnland Englisch, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. Sie hat zahlreiche belletristische Romane, Kinder- und Jugendbücher sowie Gedichtbände veröffentlicht. „Indigo – Im Sog des Meeres“ ist der erste Band einer Reihe über den Kontakt mit dem Mervolk im Reich Indigo. Der nächste Band trägt den Titel „Indigo – Im Bann der Gezeiten“ und erschien im März 2007 ebenfalls bei cbj.

Handlung

„Ach, wäre ich doch in Indigo
Und teilte die salzige See
In den tiefsten Fluten,
wo weder Liebe noch Leid
mich bedrücken …
Sag mir den Grund,
warum du mich verschmähst …“

Bevor ihr Vater Mathew spurlos verschwand, hörte die neunjährige Sapphire, die Ich-Erzählerin, ihn immer dieses wehmutsvolle Lied singen. Und sie fragte sich, wo dieses Indigo liegen mochte. Bestimmt hat es etwas mit dem Meer zu tun, das nicht weit von Sapphys Zuhause an die Küste von Cornwall brandet. Das Rauschen ist immer zu hören. Hier lebt Sapphy mit ihrem drei Jahre älteren Bruder Conor und ihrer Mutter Jennie. Ihre Mutter kann das Meer nicht ausstehen, und deshalb kommt es immer wieder zu Streit mit ihrem Mann, der das Meer liebt und immer zum Angeln hinausfährt. Bis er nach einem besonders heftigen Streit gar nichts mehr zurückkommt.

Ein Jahr später haben sich die verbliebenen Familienmitglieder an die fiesen Gerüchte gewöhnt, wonach Mathew es wie sein gleichnamigen Vorfahr gemacht habe und mit einer anderen Frau durchgebrannt sei. Nur dass damals die Frau in dem Lied eine Meerjungfrau war. Während Jennie als Kellnerin arbeitet, schwänzen Sapphire und Conor so oft wie möglich die Schule. Sie gehen lieber in ihre abgelegene Lieblingsbucht und erkunden die Wasserwelt.

Bis Sapphire ihren Bruder mit einem anderen Mädchen in ihrer Bucht sieht. Doch als sie näherkommt, verschwindet das Mächen. Conor leugnet, dass da jemand war, und sie will ihn nicht des Lügens zeihen. Schon bald hat sie nämlich selbst Gesellschaft auf einem Uferfelsen. Es ist ein Junge, dessen Füße in einem Robbenschwanz enden. Er nennt sich Faro und sagt, er gehöre zum Volk der Mer, die in Indigo, der Welt unter Wasser, leben. Und das Mädchen, mit dem Conor gesprochen habe, sei Elvira, seine Schwester. Also doch!, freut sich Sapphire.

Das Mervolk

Die Mer sind magische Wesen, wie Sapphy bald feststellen kann, denn als Faro sie mit auf eine Exkursion nimmt, versetzt er sie in die Lage, unter Wasser zu atmen wie ein Fisch. Conor kann dieses Kunststück längst nicht so gut wie sie, meint Faro, denn Sapphy habe mehr Eigenschaften von ihrem Vater geerbt als von ihrer wasserscheuen Mutter. Unter Wasser erschließt sich Sapphy eine faszinierende Welt voll unbekannter Lebewesen. Aber Faro wettert auch gegen das Luftvolk, die Menschen, die immer weiter in die Buchten und Lebensräume des Mervolks vordringen und sie verschmutzen.

Als Sapphy nach Hause zurückkehrt, wird sie von Conor gegenüber den Vorwürfen ihrer Mutter in Schutz genommen. Doch Sapphy muss erschrocken feststellen, dass die Zeit in Indigo anders verläuft als an Land. Was sie für nur wenige Minuten hielt, waren hier in Wahrheit fast ein halber Tag! Und wenn sie noch länger unten geblieben wäre? Wären dann an Land Wochen und Monate vergangen?

Gefahr

Ihre Mutter hat im Restaurant, in dem sie kellnert, einen australischen Taucher namens Roger kennen gelernt. Nachdem Conor und Sapphy ihre Vorbehalte gegen diesen Eindringling in ihre Familie niedergekämpft haben, müssen sie allerdings erfahren, dass Roger und sein Freund Gray vorhaben, nach einem Wrack zu tauchen, das an einer Stelle liegt, die dem Mervolk heilig ist. Sie müssen Faro warnen!

In einem dramatischen Wettlauf um Zeit versuchen Conor und Sapphy, das Leben der beiden Taucher zu retten und zugleich Faro klarzumachen, dass die Taucher nicht sterben dürfen. Fast zu spät erkennen sie, welche Rolle die Robben in diesem Drama spielen …

Mein Eindruck

Ich habe diesen schönen und fantasiereichen Jugendroman an nur einem Nachmittag mit Interesse und Vergnügen gelesen. Es gibt keinerlei Verständnisprobleme, denn das Buch sollte auch für zehnjährige Kinder leicht zu lesen sein. Die erfahrene Autorin versteht es, sich glaubwürdig und genau in die Erlebniswelt der Kinder hineinzuversetzen und die Interaktionen in der Kleinfamilie der Trewhallas lebendig darzustellen. Dabei ist die Erlebniswelt ziemlich gut im Hier und Jetzt verankert, wenn auch die Vergangenheit in Cornwall immer sehr lebendig ist.

Insbesondere die junge Sapphy ist ein fantasiebegabtes Kind, das schnell Verantwortungsbewusstsein entwickeln muss. Ihre Verantwortung gilt nicht nur ihrer Mutter, sondern auch ihrem Bruder und dem Mervolk. Aber sie kann sich auch nicht gegen Eindringlinge wie den Taucher Roger stellen, nur weil dieser besonders neugierig auf Schiffswracks ist und obendrein ihre Mutter mag. Sapphy muss wählen, ob sie Roger beschützen oder sich auf die Seite Faros stellen soll. Es ist nicht einfach, die richtige Seite zu wählen, wenn man keinen Vater mehr hat, der einem sagt, was richtig ist.

Der Vater

Dieser schon nach sechzig Seiten verschwundene Vater ist eine fast mythische Gestalt. Das Buch beginnt und endet mit ihm. Er ist ein Wiedergänger jenes Balladenvorfahren, der angeblich einer Meerjungfrau in die Tiefen Indigos folgte. Und allmählich findet Sapphy in Detektivarbeit heraus, dass Mathew tatsächlich der Nachfahre seines Namensvetters war und sie selbst somit eine halb Meerjungfrau. Es gibt nur eine Figur in dieser Geschichte, die über ein solches Wissen verfügt.

Granny Crane ist eine alte Frau, ist aber von wesentlich mehr Lebensmut erfüllt als so manche Zwanzigjährige. Die Einsiedlerin erscheint der kleinen Sapphy erst wie eine Hexe aus dem Märchen, doch die Granny ist wesentlich mehr: ein Erdgeist aus uralter Zeit, der um das Gleichgewicht zwischen den Mächten von Land und Meer bemüht ist. Daher auch das weit zurückreichende Gedächtnis an den ersten Mathew Trewhalla. Und die Granny ist selbstredend ein Freund der Tiere, ihrer dienstbaren Geister: Bienen und Eulen beispielsweise.

Verständigung

Ein wichtiger Aspekt der Geschichte ist stets die Verständigung. So wie Granny die Bienensprache versteht, muss auch Sapphy eine neue Sprache lernen: die des Mervolks. Sie sieht geschrieben wie altes Keltisch aus, denn bis vor etwa hundert Jahren sprachen die Menschen in Cornwall ihr eigenes Gälisch, genau wie die Iren, Schotten und Waliser. Diese Sprache hat sich die Autorin also nicht neu einfallen lassen, aber der Einsatz des alten Gälisch ist eine sehr willkommene Bereicherung bei den Kontakten zwischen Sapphy und Faro. Und die Sprache spielt eine wichtige Rolle im dramatischen Finale, als Sapphy und Conor die Taucher vor dem Mervolk retten müssen.

Der Humor in der Geschichte ist von sehr feiner Ironie. Diese wird am deutlichsten in jenen für Sapphy peinlichen Situationen, wenn sie ihre Eigenart als halbe Meerjungfrau verbergen muss. Vor ihrer wasserscheuen und stets von wirtschaftlichen Sorgen erfüllten Mutter kann sie das gut verstecken, doch nicht vor dem aufmerksamen Roger, der anscheinend eine feine Antenne für Sapphys Eigenart hat. Durch diese Gegenüberstellungen wird Sapphy indirekt charakterisiert.

Nachspiel

Auch das Nachspiel der Rettungsaktion für die Taucher verlangt Sapphy und Conor einiges an Einfallsreichtum ab, und sie lügen, dass sich die Balken biegen. Wie konnten sie bloß so schnell zum Boot der Taucher hinausschwimmen? Wow, das ist ja olympiareif! Und wie ist es ihnen bloß gelungen, jeweils einen ausgewachsenen Mann mitsamt Taucherausrüstung über den Bootsrand zu hieven? Roger betrachtet Sapphy und ihren Bruder mit neuen Augen. Aber Sapphy würde nicht wollen, dass ich ihre Geheimnisse verrate.

Unterm Strich

Für zehnjährige Leserinnen ist das Buch eine ideale Einführung in eine im Grunde knifflige Umstellungs- und Entscheidungssituation. Da hat die jugendliche Heldin, der man noch deutlich das kindliche Verhalten anmerkt, Erstkontakt mit einer neuen Erlebniswelt, eben Indigo, und muss sie doch verbergen und geheimhalten. Niemand würde ihr glauben und ihre Mutter würde vor Sorgen schier umkommen. Doch die Schwierigkeiten, die sich aus diesem Konflikt für Sapphy ergeben, können nicht ausbleiben, und so muss sie immer größere Verantwortung übernehmen, bis es schließlich um das Leben des neuen Freundes ihrer Mutter geht.

Diese Entwicklung ist weder langweilig noch oberlehrerhaft dargestellt, sondern im Gegenteil lustig und unterhaltsam. Wer Delphine als wunderbare Tiere ansieht, der kommt hier voll auf seine Kosten. Und wer immer schon mal wissen wollte, ob er oder sie von einer Meerjungfrau abstammt, ist bei Granny Crane genau an der richtigen Adresse. Diese Welt im kleinen Cornwall mag idyllisch erscheinen, und für manchen Zeitgenossen mögen die Figuren naiv wirken, aber dennoch wird hier ein großer Konflikt glaubwürdig ausgetragen: Der Angriff des Menschen auf das Meer hat längst katastrophale Ausmaße angenommen – was, wenn sich das Meer, repräsentiert durch Faro & Co., wehrt? (Man muss nicht [Schätzing]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=731 heißen, um sich die Folgen ausmalen zu können.)

Und wie kann man überhaupt mit einer fremden Kultur zurechtkommen und eine völkerverbindende Freundschaft schließen? In Zeiten, da ein „Kampf der Kulturen“ mit immer schärferen Formen ausgetragen wird, ist auch diese Frage von wachsender Bedeutung. Die Autorin ist um Antworten nicht verlegen, hat sie doch in Finnland ihre eigene Sprache gelehrt und somit auch ihre eigene Kultur. Sprache und kulturelle Werte sind eins, und um sie vermitteln zu können, sind Unvoreingenommenheit und Interesse für das Andere Voraussetzung für den Erfolg des Kontakts. Das lernt die jugendliche Heldin Sapphy ebenfalls sehr schnell. „Sapphire“ heißt ein blauer Edelstein, und das deutet darauf hin, dass Sapphy die optimale Vermittlerin zwischen der blauen Welt Indigo (ein dunkelblauer Farbstoff) und jener der Menschen ist.

Fazit: volle Punktwertung. Ich freue mich auf die im März 2007 bei |cbj| veröffentlichte Fortsetzung „Indigo – Im Bann der Gezeiten“, in der Sapphy hoffentlich ihren Vater wiederfindet.

Ähnlicher Lesestoff ist die AQUAMARIN-Trilogie von Andreas Eschbach.

Originaltitel: Ingo, 2005
320 Seiten, aus dem Englischen von Knut Krüger
Ab 12 Jahren empfohlen

http://www.cbj-verlag.de

Lorena Pajalunga – Play Yoga: Kinderleicht und tierisch gut

Klappentext:

Mutig wie ein Löwe, beweglich wie eine Katze oder majestätisch wie ein Adler: Einfach tierisch gut sind die 16 kraftvollen Positionen, die junge Yogis Schritt für Schritt mithilfe ihrer Lieblingstiere lernen. Schon die Kleinsten werden dank dieses kinderfreundlichen Anfängerbuches in die Geheimnisse der alten indischen Kunst eingeführt. Denn Yoga vermittelt neben Gelassenheit und Achtsamkeit auch Selbstvertrauen und ein starkes Körpergefühl.

Für Kinder der perfekte, um spielerisch und mit vielen Freude die eigene Yoga-Praxis zu entdecken!

Mein Eindruck:

„Wir laden Sie ein, sich zu entspannen!“ Dieser Satz von Lumière aus „Die Schöne und das Biest“ fiel mir als Erstes beim Anblick des Covers ein. Darauf zu sehen sind ein anmutiger weißer Tiger, der von einem kleinen Jungen umarmt und von einem kleinen Mädchen nachgeahmt wird. Ein Bild voller Harmonie vor einem dunkelblauen Hintergrund.

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Die drei ??? und der seltsame Kalender (2021)

Der Verlag meint:

365 neue knifflige Rätsel, spezialgelagerte Fakten und verschlüsselte Verse rund um die drei Detektive aus Rocky Beach machen aus dem Jahr 2021 dein ultimatives „Die drei ???“-Jahr. Der Kalender für 2021 mit Justus, Peter und Bob zum Aufhängen oder Hinstellen.

Mein Eindruck:

Moment, gibts vom Verlag nicht schon einen Abreißkalender der drei ??? ? Jup, den gibts, und er heißt „… und der Super-Kalender“, ist auch immer noch lieferbar. Im Vergleich zu diesem hier aber, gibts in dem bereits erschienenen Kalender Sprüche, Zitate und Fakten und in dieser neuen Version laut Verlag „365 neue, knifflige Rätsel“. Diese Menge muss man sich erst mal einfallen lassen. Außerdem ist dies tatsächlich ein Jahreskalender und der alte „365 Tage“-Kalender kann an jedem Tag gestartet werden, weil er mit dem aktuellen Datum nicht viel zu tun hat.

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John Ronald Reuel Tolkien – Roverandom

Abenteuer mit Drachen, Magiern und Mondhunden

Vermutlich 1927 schrieb Tolkien die Geschichte eines kleinen Hundes namens Roverandom auf. Er hatte sie sich als Trost für seinen Sohn Michael ausgedacht, der seinen geliebten Spielzeughund am Strand verloren hatte. Schon in diesem frühen Werk gelingt es Tolkien meisterhaft, Elemente aus Sagen und Mythen mit biografischem und literarischem Material zu verknüpfen. Es erschien 1998 in Buchform.
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Kes Gray / Jim Field – So viele Beine!

Inhalt:

„Wie viele Beine sind es jetzt, wenn sich ein Eisbär zu mir setzt?“ „Wie viele Beine kannst du verbuchen, kommt noch eine Ente mit Zitronenkuchen?“ „Auch ein Nilpferd darf nicht fehlen, wie viele Beine kannst Du dann zählen?“

Nach und nach stapfen, wuseln, hüpfen, fliegen, watscheln und kriechen die tierischen Freunde des kleinen Jungen durch das Bilderbuch. Doch wie viele Beine werden es am Ende auf der Geburtstagsparty sein? Zum Glück helfen die lustigen Fragen auf jeder Seite den kleinen Rechenakrobaten dabei, den Überblick zu behalten. Ein fröhliches Bilderbuch voller Reime und charmanter Tierbesucher, das kleine Bücherwürmer ab 2 Jahren zum Zählen einlädt. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

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Der große Oster-Bilderbuchschatz

Worum gehts?

Ostern – Das erste große Fest im Jahr. Immer wenn die Temperaturen wärmer und die Tage länger werden, wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht und die ersten Blümchen ihre Köpfe zum Himmel recken – dann ist es soweit. Für Osterhasen und Hühner beginnt die Hochsaison, denn Ostern steht mal wieder vor der Tür und alle Kinder sollen in den Genuss bunter Ostereier kommen.

Was gibt es Schöneres, als sich gemeinsam im Kreise der Familie mit einem tollen Buch auf diese Tage einzustimmen? Eben, mir fällt auch nichts anderes ein!

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Es war einmal…Mein erstes großes Märchenbuch

Worum gehts?

„Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“… Wer kennt ihn nicht diesen berühmt-berüchtigten Satz am Ende vieler Märchen. Märchen entführen uns zurück in eine Welt, in der wir noch klein waren. Vielleicht sind sie genau deshalb so magisch, weil man zu dieser Zeit noch so kindlich-naiv war. Diese Eigenschaft verliert sich im Laufe des Erwachsenwerdens mit jedem Lebensjahr immer mehr. Solange man jedoch im Besitze dieser tollen Eigenschaft ist, sollte sie voll ausgekostet werden. Dazu gehören Märchenbücher – VIELE Märchenbücher.

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Wainwright, Jen / Moran, Paul / Wiltshire, Steve / Ecob, Simon – Wo sind die Erdmännchen? Ein Wimmelbuch

_Witziges Wimmelbuch: Erdmännchen auf großer Tour_

Eine Familie von Erdmännchen, die nur Unsinn im Kopf haben, startet die größte Reise ihres Lebens, eine Reise um die Welt. Sie laden ein, mitzukommen. Die Aufgabe ist ganz einfach. Auf jedem großformatigen Bild sind nur die zehn Erdmännchen zu finden, schon kann’s weitergehen.

Aber aufgepasst: Die pfiffigen Tierchen verstehen es perfekt, in der Menge abzutauchen. Echte Spürnasen sind gefragt – und gute Nerven, denn überall, wo die frechen Erdmännchen auftauchen, sorgen sie für heilloses Durcheinander und Chaos …

Mit Illustrationen von Paul Moran, Steve Wiltshire & Simon Ecob. (Verlagsinfo) Jen Wainwright hat das Buch getextet.

Der Verlag empfiehlt das Buch ab vier Jahren.

_Inhalte_

Dies ist ein klassisches Wimmelbuch. Man muss nichts weiter tun, als auf jedem der Wimmelbilder zehn versteckte Erdmännchen zu finden. Das klingt einfach, erweist sich aber als knifflig: Die Erdmännchen-Familie Miranda, Albert, Sofia, Franzi, Samson, Florian, Paul, Mathis, Maxwell und Hannah versteht es sehr gekonnt, in der Menge abzutauchen, beispielsweise in Handtaschen. Man braucht also eine echte Spürnase.

Doch nicht verzagen, wenn man mal nicht alle Erdis findet. Zur Not findet man die Lösungen hinten im Buch. Für echte Adleraugen gibt es zudem eine „Checkliste für Spürnasen“. Mit dieser kann man auf jedem Bild weitere lustige Sachen finden und nacheinander abhaken.

Die Erdis treten eine Reise rund um den Globus an und laden uns ein, mitzukommen und sie aufzuspüren. Die Reiseziele sind sehr attraktiv – und sehr verwirrend:

1) Der Karneval in Rio De Janeiro findet vor allem im Sabadrom statt: 50.000 Leute und nur zehn Erdis! Alles so schön bunt hier!

2) New York: Der Times Square zieht täglich 1,6 Millionen Besucher an, darunter Franzi und Paul. Die Neonreklame blendet fast die Augen.

3) Skifahren in den Bergen von Innsbruck, Österreich: Samson ist als Skifahrer unterwegs, vorbei an Snowboardern, Schlittenfahrern, Fotografen, Blondinen und „Geisterfahrern“.

4) Paris: Für Sofia ist hier vor allem Shopping auf den Champs-Elysées angesagt, daneben können alle erst einmal verschnaufen, vor dem Café de Paris und in Sichtweite des Eiffelturms. Puh!

5) Moskau, Russland, der Rote Platz mit der Basilius-Kathedrale (in der mal wieder Maxim rumhängt): Eine große Menschenmenge hat sich versammelt, denn ausgerechnet heute beginnt das Militärfestival. Eine Parade ist zu bestaunen. Daneben nimmt sich die bunte Kathedrale wie ein Schloss aus einer Märchenwelt aus.

6) Auf der Großen Chinesischen Mauer, die 8851 Kilometer lang ist, geht es wirklich sehr gedrängt zu, und von einem der Wachtürme will jeder einen Blick auf das umgebende Panorama erhaschen. Orangefarben gewandete Mönche üben ihre Kampfkunst mitten im Touristenstrom, und einer der Erdis steht ihnen mit einem mutigen Kampfsprung in nichts nach!

7) Oster-Inseln, Südsee: Strandleben und Moais – die riesigen Statuen, die teils mehr als 80 Tonnen wiegen, wurden vor über 1000 Jahren errichtet. Dazwischen tummeln sich eingeborene Tänzerinnen, Archäologen, Hobbyreiter, Bergwanderer. Am Strand findet man Fischer und einen Erdi als Angler – im Hawaiihemd …

8) Sydney, Australien, ist zwar nicht die Hauptstadt des fünften Kontinents (das ist ja Canberra), sollte es aber sein: Vor dem prächtigen Opernhaus und der Harbor Bridge tummeln sich Einwohner, Erdis und Touris. Sie alle bestaunen das Feuerwerk an Silvester.

9) London, Wachwechsel vor dem Buckingham Palace: Zwischen den Soldaten in ihren Bärenfellmützen und roten Uniformen kann man mit etwas Glück einen ebenso gewandeten Erdi erspähen! Das muss Florian sein.

10) Auch in Venedig wird Karneval gefeiert, mit exotischen Kostümen wie aus einer Oper. Dazwischen schippern Touris und Erdis in Booten auf einem der Canali. Nur Maxim hat sich mal wieder abseits aufgehängt. Typisch!

11) Bei den ägyptischen Pyramiden und der Sphinx treiben auch die Erdis ihr Unwesen, so etwa Paul und seine Schwestern als altägyptische Priester und Prinzessinnen.

12) Bangkok, Thailand: Auf einem der Khlongs (Kanäle) findet gerade ein bunter Markt auf den Booten statt, die Erdis mittendrin. Franzi will hier etwas essen und wird schnell fündig, während sich die anderen verkleiden und verstecken.

13) Kyoto, Japan, ist die traditions- und tempelreichste Stadt Nippons. Hier besichtigt Miranda einen Shinto-Schrein nach dem anderen. Hier werden Kami verehrt, also heilige Geister, die nicht immer göttlich, sondern auch Elementarkräfte sein können, so etwa Donner und Wirbelstürme. Bunte Drachen segeln in der Luft, Wachen in Samurai-Rüstung stehen überall, und Miranda hat sich als Geisha verkleidet.

14) In Santa Cruz, Kalifornien, konzentriert sich das Leben an der Strandpromenade. Hier übt Paul das Surfen, Sofia flaniert und ein weiter Erdi hat sich der Bay(be)watch angeschlossen, den Rettungsschwimmern.

15) Das Great Barrier Reef vor Australien ist tummelt sich besonders Samson gern. In seinem gelben Tauchboot schwebt er zwischen über 400 Korallenarten, Delphinen, Haien und sogar Walen. Er hat Sofia dazu bewegen können, ebenfalls abzutauchen und die bunten Fische zu bewundern.

16) In den Soukhs von Marrakesch ist das Klima wesentlich trockener. Hier feilscht Mathis auf verkehrte Weise, indem er für ein Holzkamel immer höher bietet, Zum Glück hält ihn Miranada davon ab, zu viel zu bezahlen. Die Farben Rot und Weiß herrschen vor. Ein Zahnarzt mit Freiluftpraxis ist zum Glück nicht zu sehen.

17) Der Krüger Nationalpark, Südafrika, birst geradezu vor tierisch-exotischem Leben. Zwischen den Unmengen von Tieren und Touristen haben sich die Erdis als Safari-Teilnehmer verkleidet. Ein brüllender Löwe erschreckt alle, doch die Erdis bleiben cool.

Da Südafrika ganz in der Nähe ihrer Heimat liegt, ist dies ihre letzte Station. Tschüss!

_Mein Eindruck_

Die 17 doppelseitigen Bilder sind toll gezeichnet, nicht nur was ihren übersichtlichen Aufbau angeht, sondern auch die unglaublich vielen, oftmals knallbunten Details. Da finden sich, vor allem was die Erdmännchen angeht, witzige Einfälle: Erdis als Kung-fu-Mönch, als Royal-Guard-Angehöriger, als Surfer, Tauchbootfahrer, altägyptische Prinzessin und vieles mehr. Da macht das Suchen Laune und das Finden Spaß.

Immer wieder ist der verkehrt herum gepolte Maxim als Erdi kopfüber hängend zu finden. Er ist der Maverick, Ausreißer und Außenseiter der Großfamilie. Auch das gehört zu den unterhaltsamen Einfällen der Zeichner.

|Lehrreich|

Auch bereits Vierjährige sollen das Buch mit Gewinn benutzen können, wenn man dem |Baumhaus|-Verlag glauben darf. Der Sinn der 17 Stationen ist klar: So viele exotische Orte und Plätze gibt es (mindestens), und wer dabei nicht Fernweh verspürt, ist ein Stein. Der Krüger-Nationalpark und das Barriereriff mögen zwar bedroht sein, doch das muss man einem Vierjährigen ja nicht unter die Nase reiben. Und auch wer kein Freund von Militärparaden ist, alldieweil Pazifist, kann sich dennoch an dem bunten Getümmel der zuschauenden Menschenmenge erfreuen.

Am schönsten fand ich die Schreine von Kyoto mit den darüber schwebenden Flugdrachen sowie die bunte Vielfalt des Riffs vor Australien. Hier bilden mal nicht die architektonischen Besonderheiten die Attraktion, wie etwa die Pyramiden oder die Chinesische Mauer, sondern die Farbenpracht und die Vielfalt der Trachten: Geishas stehen neben Samurai-Wächtern. Das ist zwar klischeehaft, aber nicht für einen Vierjährigen.

|Anhänge|

Wer nicht jedes Mal alle zehn Erdis findet, muss keine Frustbeulen bekommen – es gibt ja die Lösungslisten im Anhang. Daneben sind auch Checklisten für weitere witzige Details zu finden. Der ausgefuchste Wimmelbuchprofi kann hier überprüfen, ob er auch die Besonderheiten entdeckt hat.

_Unterm Strich_

Man muss kein Vierjähriger sein, um sich an der Farbenpracht und dem Detailreichtum dieser 17 doppelseitigen Wimmelbilder zu erfreuen. Der Einfallsreichtum der Zeichner hält sich vielleicht in Grenzen, aber, nicht, was die Verkleidungen der Erdis angeht und ihre diversen Verstecke. Wer immer ein seltsames Köpfchen mit schwarzen Flecken entdeckt, etwa in einer Handtasche, weiß: Hier steckt ein Erdmännchen!

Dies ist ein lehrreiches Buch zum Verschenken. Und wegen des stabilen Einbandes kann man es an jede Generation neu verschenken. Der Preis ist mit knapp zehn Euronen ungewöhnlich günstig zu nennen. Hier zahlt sich wohl aus, dass der |Baumhaus|-Verlag jetzt das riesige Produktions- und Vertriebsnetz des |Lübbe|-Verlags nutzen kann.

Michael Matzer © 2012ff

|Info: Where’s the Meerkat?, Michael O’Mara Books, London, 2011;
32 Seiten,
aus dem Englischen von Ulrike Lelickens,
Illustrationen von Paul Moran, Steve Wiltshire & Simon Ecob
ISBN-13: 978-3833901164|
http://www.baumhausonline.de