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Buch-Reviews
Rubinrot - Liebe geht durch alle Zeiten 1 (Gier, Kerstin)
 |  | Auflage: Januar 2009 Erscheinungsjahr: 2009 ISBN: 3401063340 Verlag: Arena Genre: Kinder- und Jugendliteratur
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2 Reviews
Die "Liebe geht durch alle Zeiten"-Reihe:
Band 1: "Rubinrot"
Band 2: "Saphirblau"
Band 3: "Smaragdgrün" (erscheint im September 2010)
Die 16-jährige Gwendolyn hat wider Erwarten das Zeitreise-Gen der Familie Montrose geerbt. Die Familie ist allerdings fest davon ausgegangen, dass ihre Cousine Charlotte dieses Gen trägt, und somit wurde Charlotte darin unterrichtet, sich in der Vergangenheit zurechtfinden. Als sich bei Charlotte die ersten Anzeichen der Zeitreisefähigkeit zeigen, wird sie sofort von ihrer Großmutter Lady Arista ins Hauptquartier der "Wächter" in Temple gebracht.
Gwendolyn ist gerade auf dem Weg, um etwas für ihre Tante Maddy zu besorgen, als ihr plötzlich schwindelig wird und die Welt sich vor ihren Augen aufzulösen scheint. Unerwartet findet sie sich in London um die vorletzte Jahrhundertwende wieder. Sie gerät leicht in Panik, da sie nicht weiß, was sie nun tun soll. Ein paar Minuten später ist dieser erste "Spuk" auch schon vorbei und sie findet sich in der Gegenwart wieder. Als sie ihrer Mutter später davon erzählt, reagiert diese völlig aufgelöst und bringt nun auch Gwendolyn nach Temple. Dort ist keiner sichtlich erfreut, dass sich das Gen bei Gwendolyn gezeigt hat.
Ihr wird nun ihr Mit-Zeitreisender Gideon Villiers vorgestellt. Er reagiert sehr unfreundlich darauf, nun statt Charlotte Gwendolyn als Partnerin bekommen zu haben. Beide treten kurz darauf die erste gemeinsame Zeitreise an und erleben ein Abenteuer der besonderen Art ...
Kritik
Mit "Rubinrot - Liebe geht durch alle Zeiten" hat Kerstin Gier einen fantasievollen Jugendroman geschaffen, von dem auch Erwachsene begeistert sein dürften.
Erzählt wird die Geschichte aus Gwendolyns Sicht, was dem Leser naturgemäß ihre Perspektive sehr nahe bringt. Der Hauptpart spielt in der Gegenwart und kleinere Nebenplots im London der Vergangenheit. Die Personen rund um Gwendolyn und Gideon sind glaubhaft konzipiert und gegenseitige Beziehungen einleuchtend erklärt.
Die Geschichte ist unterhaltsam, fesselnd und humorvoll erzählt, man wartet nach dem Beenden der letzten Seite sofort auf den zweiten Teil. Zielgruppe des Romans "Rubinrot - Liebe geht durch alle Zeiten" sind jugendliche Mädchen, aber auch jung gebliebenen Erwachsenen wird dieser Roman Spaß machen.
Fazit
Mit dem Jugendbuch "Rubinrot - Liebe geht durch alle Zeiten" hat Kerstin Gier einen packenden Fantasy-Roman geschrieben. Er ist leicht zu lesen und bereitet Lesespaß. Man merkt ihm an, dass er der Auftakt einer Reihe ist, denn es viel wird noch erklärt und das Ende bleibt offen. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil "Saphirblau".
Autorin
Kerstin Gier, Jahrgang 1966, hat als mehr oder weniger arbeitslose Diplompädagogin 1995 mit dem Schreiben begonnen. Die DeLIA-Preisträgerin lebt mit Mann, Sohn und Katze in einem Dorf in der Nähe von Bergisch Gladbach.
Gebunden: 345 Seiten
ISBN-13: 978-3401063348
www.arena-verlag.de
Nadine Warnke
Kerstin Gier bei Buchwurm.info:
"Die Mütter-Mafia"
"Die Patin"
"Für jede Lösung ein Problem" Gastautor [08.08.2010]
Immer auf dem Sprung
Gwendolyn Sheperd ist 16 Jahre alt und lebt in einem palastähnlichen Haus voller Geheimgänge und Verstecke. Ihre Familie ist nicht weniger geheimnisvoll, hat doch Cousine Charlotte angeblich ein Zeitreisegen vererbt bekommen, welches sie unkontrollierte Zeitsprünge in die Vergangenheit machen lassen wird. Auf das zukünftige Dasein als Zeitreisende wurde Charlotte ihr bisheriges Leben lang mit Tanz- und Fechtunterricht sowie dem Pauken von diversen Sprachen, Geschichte und Benimmregeln in den verschiedenen Jahrhunderten gründlich vorbereitet. Über diese bornierte und ehrgeizige Cousine hinaus gehören Gwens Geschwister, Gwens liebevolle aber undurchsichtige Mutter, die leicht durchgeknallte Tante "Mad"-Maddy, die aristokratisch hochnäsige Lady Arista, Charlottes Mutter (Tante Glenda) und als einziger Mann ein undurchschaubarer Butler zum Familienhaushalt.
Bereits auf den ersten Seiten wird dem Leser klar, was Gwendolyn erst nach dem ersten Viertel des Buches zu glauben bereit ist: tatsächlich ist sie es, welche das Zeitreise-Gen geerbt hat und nun völlig unvorbereitet zwischen den Zeiten hin- und herwechselt. Ihre Fähigkeit, Geister zu sehen und mit ihnen zu kommunizieren, weist schon bei ihrem ersten Gespräch mit dem Schulgeist James Pimplebottom darauf hin, dass sie entgegen ihrer Selbstwahrnehmung etwas Besonderes sein muss. Und so beginnt mit ihrem Initiationssprung eine aufregende Zeit für Gwen.
Plötzlich findet sie sich inmitten einer Organisation wieder, welche seit Jahrhunderten daran arbeitet, das Blut einer bestimmten Anzahl von Genträgern zusammenzutragen. Alle Genträger sind in ihrer Bedeutung einem Edelstein zugeordnet. Demnach steht Gwendolyn für den Rubin. Leider wird der vermutlich esoterische Hintergrund dieser Edelsteintheorie nicht erklärt. Doch mit Hilfe eines edelsteinbesetzten Chronografen kann die Zeit angewählt werden, in welche die Genträger springen sollen. Das bietet zum einen eine gewisse Kontrolle über das sonst unvorhersehbare Timing der Zeitsprünge sowie Sicherheit für Leib und Leben, aber zugleich auch die Möglichkeit für den im 18. Jahrhundert lebenden mysteriösen Grafen von Saint Germain, eine in diesem Band noch undefinierte Macht zu erlangen, wenn alle Blutproben gesammelt sein werden. Einmal wurde dieses Vorhaben bereits verhindert, als die Genträger Lucy und Paul sich mit Hilfe von Gwendolyns Mutter mit dem ersten Chronografen in die Vergangenheit absetzten.
Während Gwen nun von Charlotte und deren enttäuschter Familie angefeindet wird, muss sie sich außerdem mit dem schnöseligen Gideon arrangieren, der ebenfalls das Zeitreise-Gen in sich trägt und durch seinen Altersvorsprung von einem Jahr bereits zahlreiche Zeitsprünge auf der Suche nach weiteren Genträgern absolviert hat. Die Autorin versucht es vergeblich so aussehen zu lassen, als wären Charlotte und Gideon ein Paar, und auch die anfängliche Abneigung Gwens, die von Gideons blendendem Aussehen und seiner weniger freundlichen Art ihr gegenüber angezogen und gleichzeitig abgestoßen wird, nimmt man der Autorin nicht ab. Zu offensichtlich wird von Anfang an darauf hingearbeitet, dass sich Gwen und Gideon ineinander verlieben.
Ein großes Plus sind jedoch die liebevoll ausgearbeiteten Nebencharaktere wie der erwähnte Schulgeist oder Tante Maddy. Hinzu kommen eine französische Kostümdesignerin, die unter unablässiger Plauderei die entsprechende Bekleidung für die einzelnen Jahrhunderte schneidert, und Gwens beste Freundin Leslie, die plötzlich jede Menge Zeit damit verbringt, Historisches und Geheimnisvolles für Gwen im Internet zu recherchieren, während Gwen selbst versucht, ein wenig mehr Einsicht in die Geheimgesellschaft und ihre Ziele zu erhalten. Diese Charaktere tragen maßgeblich zum Witz bei, der den Roman konstant durchzieht und das Lesen trotz inhaltlicher Defizite recht vergnüglich gestaltet.
Gerade als die Handlung etwas mehr Tempo aufnimmt und der spannende Teil des Abenteuers beginnt, ist der Roman auch schon an seinem Ende angelangt. Der Leser bleibt in der Luft hängen. Warum hat Gwens Mutter sie eindringlich davor gewarnt, irgendjemandem zu vertrauen? Warum hat der Graf Gwendolyn bedroht? Wer steckt hinter dem Mordanschlag auf Gideon und Gwen? Und was steckt tatsächlich hinter Pauls und Lucys Flucht mit dem zweiten Chronografen? Der Roman wirft eine Vielzahl von Fragen auf, deren Beantwortung auf den kommenden Band verschoben wird. Solchermaßen bleibt das unbefriedigende Gefühl zurück, dass man nur eine längere Einleitung und den Beginn der eigentlichen Geschichte gelesen hat.
Die bisher vor allem durch Frauen- und Liebesromane bekannt gewordene deutsche Autorin Kerstin Gier hat mit "Rubinrot. Liebe geht durch alle Zeiten" ein als "All-Age-Roman" deklariertes Buch vorgelegt, das durch die originelle Idee des Plots zwar reifere Leser anzieht, bisher für diese aber nur wenig Überraschendes bietet. Lesevergnügen entsteht eher durch die lustige Schilderung der typischen Probleme eines pubertierenden Mädchens, das unter komplizierten Bedingungen die ersten Erfahrungen mit der Liebe macht.
Hingewiesen werden muss jedoch auf die liebevolle Aufmachung des Buches. Der Arena-Verlag hat sich für einen Schutzumschlag in der Farbe Altrosa entschieden, der zusammen mit dem erhabenen schwarzen Aufdruck von Ranken, Fledermäusen und Drachenköpfen, einem Schattenriss von Gideon und Gwendolyn und der teilweise rubinroten Aufschrift nicht nur den hochwertigen Eindruck des Hardcovers unterstützt, sondern auch optisch auf vergangene Zeiten verweist, während er zugleich haptisch sehr ansprechend ist. Das rote Lesebändchen hingegen ist beinahe nutzlos, da sich der Roman in kürzester Zeit flüssig lesen und den Wunsch nach einer baldigen Lektüre der Fortsetzung "Saphirblau" entstehen lässt.
352 Seiten, gebunden
ISBN-13: 978-3401063348
http://www.arena-verlag.de
http://www.delia-online.de
Kerstin Gier auf Buchwurm.info:
"Die Mütter-Mafia"
"Die Patin"
"Für jede Lösung ein Problem" Corinna Hein [14.04.2009]
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